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Paul Goodman
kleine gebete

Nachgedichtet von Marie T. Martin versus Stefan Blankertz
Mit 12 Illustrationen von Georgia von Schlieffen
Nachwort von Georg Pernter
Herausgegeben von Erhard Doubrawa
156 Seiten, 12 Farbtafeln, Hardcover, Fadenheftung
€ 29,50 [D]
ISBN 978-3-7392-4834-9

Paul Goodman, 1911-1972, »man of letters«, enfant terrible der amerikanischen Literatur-Szene, Mitbegründer der Gestalttherapie, radikaler Schulkritiker, Vordenker der Protestbewegung in den 1960er Jahren.
Marie T. Martin, 1982, Poetin der Luftpost, 2008 Rolf-Dieter-Brink­mann-Stipendium der Stadt Köln.
Stefan Blankertz, 1956, »Wortmetz«, beschäftigt sich seit 1972 mit dem Werk von Paul Goodman.
Georgia von Schlieffen, 1968, Malerin, studierte bei Jerry Zeniuk und derzeit bei Heribert C. Ottersbach, Religionswissenschaft, Projektmanagement und Flüchtlingsarbeit, Peacemakerin, in der edition g. steuerte sie Illustrationen zu »Ambrosius« und »Ruan Ji« bei.
Erhard Doubrawa, 1955, Gestalttherapeut, Gründer und Leiter der Gestalt-Institute Köln und Kassel.

In seinen »kleinen Gebeten« wandte Paul Goodman sich seiner eigenen Definition nach nicht mit traditionellen Bitten an Gott, sondern »sagte, wie es ist«. Er verglich diese Form mit Goethes Tagebuchnotizen. In seinem Nachwort nennt der Gestalttherapeut Georg Pernter sie »Perlen der Lebenskunst«: »Als ›Perlen der Lebenskunst‹ bezeichne ich sie, weil diese poetischen Kleinformen Tiefsinniges bieten aus dem Alltag – wie er ist. Sie sind ungeschminkt. Ehrlich. Facettenreich im Auf und Ab des Lebensflusses.«
Paul Goodman (1911-1972) ist in Deutschland vor allem als Mitbegründer der Gestalttherapie und als Mentor der Anti-Kriegs-Bewegung der 1960er Jahre in den USA bekannt. Doch auch seine avantgardistischen Short Stories, Romane, Schauspiele und Gedichte beeinflussten die us-amerikanische Literaturszene in den 1940er und 1950er Jahren stark. Der vorliegende Band enthält eine kleine Auswahl aus dem umfangreichen lyrischen Werk Goodmans, darunter seine Auseinandersetzung mit dem frühen Tod seines Sohnes und mit dem kommenden eigenen Tod.
Außergewöhnlich an diesem Band ist, dass zu jedem Gedicht neben dem Original parallel zwei konkurrierende Übertragungen stehen, von der Lyrikerin Marie T. Martin und von dem Goodman-Kenner Stefan Blankertz. Für beide ist die Auseinandersetzung mit Goodmans Lyrik existenziell und dabei sehr verschieden.
Zwölf Farbtafeln von Georgia von Schlieffen runden diesen bibliophilen Band ab.

Lost – God help me – in a waste
where the dusk has fallen fast …
Paul Goodman

Verloren – Gott, hilf mir – in dieser Einöde
wo die Abenddämmerung schnell gekommen ist …
Marie T. Martin

verirrt – Gott, hilf mir – in der wüste
wo der staub sich senkte schnell …
Stefan Blankertz

Zum Geleit

Entdeckung 1: Paul Goodmans Bedeutung für und prägender Einfluss auf die amerikanische Literatur und Dichtung (der 1940er bis 1960er Jahre) war mir nicht bewusst, bis ich den Nachruf von Susan Sontag auf Paul Goodman las …
Entdeckung 2: Paul Goodmans Bedeutung für und prägender Einfluss auf die amerikanischen Protest-Bewegungen der 1960er Jahre war mir nicht bewusst, bis ich Stefan Blankertz zahlreichen Beiträge über Paul Goodman las …
Entdeckung 3: Paul Goodmans Bedeutung für und prägender Einfluss auf Theorie und Entwicklung der Gestalttherapie, von der hatte ich als Gestalttherapeut schon vorher gehört – und deswegen machten mich die beiden ersten Entdeckung neugierig auf diesen Mann, für den Literatur, Spiritualität, Politik und Therapie sowie das pralle Leben untrennbar zusammengehörten, wie gerade im vorliegenden Gedichtband deutlich wird …
Es ist für mich eine Freude und Ehre, Ihnen den ungewöhnlichen und gelungenen Band mit Goodman-Gedichten und deutschen Nachdichtungen von Marie T. Martin und Stefan Blankertz in die Hand legen zu dürfen. Hoffentlich ein Auftakt zu weiteren Übersetzungen aus literarischen Werken von Paul Goodman.
Ganz »gestaltisch« wünsche ich Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, eine an- und eine auf(!)regende Lektüre.
Erhard Doubrawa