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Die stumme Sünde
Aufzeichnungen des P. Johannes OP über die absonderlichsten Begebenheiten im Jahre des Herrn 1274
Ein Krimi aus dem Mittelalter, Teil 2 der El-Arab-Trilogie
Köln 2003: Emons-Verlag

Der Kölner Ratsherr Andreas Kleingedank wird Anno 1274 von einem Wanderprediger der „stummen Sünde“ beschuldigt. Als Andreas auch noch ein Mord zur Last gelegt wird, scheint sein Schicksal besiegelt zu sein: Er soll dem Henker übergeben werden.
Verzweifelt sucht die Schwägerin des Angeklagten in Köln nach Beweisen für die Unschuld von Andreas. Ihren Sohn Johannes, einen jungen weit gereisten Dominikanermönch, schickt sie derweil auf den langen und gefährlichen Weg nach Paris, um dort eine wichtige Zeugin aufzusuchen. Doch während er auf der abenteuerlichen Wanderung nach Paris darüber nachgrübelt und allerlei Ungemach zu überwinden hat, spitzt sich die Lage in Köln dramatisch zu. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.
Liebe ebenso wie Hass, Toleranz ebenso wie Intoleranz im 13. Jahrhunderts werden in diesem historischen Kriminalroman lebendig. Der Leser wird in das bunte Treiben einer vergangenen Zeit entführt, die von überbordenden widersprüchlichen Gefühlen der Freude und Angst, der Großmut und Kleinlichkeit geprägt ist.

Der Gestalttherapeut Erhard Doubrawa (www.gestalt.de) über dieses Buch:
„Stefans neuer Roman ist mir, obwohl er wieder im 13. Jahrhundert spielt, teilweise sehr nahe gegangen. Der spannende Krimi um einen Mord, der einem schwulen Ratsherrn Andreas in die Schuhe geschoben werden soll, führt nämlich geradewegs zu der Frage, wie tolerant man selbst nun wirklich ist. Nicht alle in Köln folgen dem falschen Prediger Emund, der den Tod von Andreas fordert. Und allen voran wehrt sich der alte Magister Albertus, der erst später den Beinamen ,Magnus‘ bekommen sollte, gegen den ,neumodischen‘ Quatsch der Homosexuellenverfolgung.
Der Hauptheld des Romans, der Mönch Johannes, ist sich allerdings nicht so sicher, wie er sich zu der ,stummen Sünde‘, wie damals die Homosexualität genannt wurde, stellen soll. Und das, obwohl er von seiner Mutter befohlen bekommen hat, bei der Rettung des angeklagten Ratsherrn mitzuwirken. Dazu muss er sich, um eine wichtige Zeugin, die Prostituierte Ingeborg, aus Paris nach Köln zu holen, auf den weiten Weg machen, wo ihn ein Novize begleitet. Bei einer Rast hilft ihm der Novize, auf den richtigen Trichter zu kommen: Ja, Homosexualität ist ,unnatürlich‘, aber die christliche Religion fordert ja viele ,unnatürliche‘ Dinge wie zum Beispiel auch die Jungfräulichkeit der Mönche. Als Johannes begreift, was dies bedeutet, vollführt er einen Freudentanz um einen Baum. Dies finde ich ein bewegendes Bild dafür, wie erleichert wir uns fühlen können, wenn wir ein Vorurteil abwerfen. Und tolerant zu Andersartigkeit sein können. An dieser Stelle habe ich fast nicht mehr gemerkt, dass es sich um einen historischen Roman handelt: denn von solcher Toleranz brauchen wir ja auch heute mehr denn je.
Ansonsten ist dieser Roman, wie auch Stefans ,Konkubine des Erzbischofs‘, sehr historisch (er ist auch soetwas wie eine Fortsetzung). Nicht nur die schöne, leicht altmodische Sprache entführt einen ins Mittelalter, sondern auch viele Details über das tägliche Leben und Lieben, die ich so noch wie woanders gelesen habe. Alles in allem ist es ein gelungener Historienschmöker, in dem man versinken kann. Und die Zeit um sich herum völlig vergessen.“

„... ein amüsanter, informativer Krimi ..., der seinen Lesern spannend das Mittelalter näherbringt. Dieses Buch garantiert gelungene Schmökerabende am warmen Kamin!“ Aus einer Rezension in „Karfunkel“.