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Dein Name sei Menschenfischer

Roman

Bellheim 2012: kuk (Joachim Körber Verlag)

334 Seiten

[D] 23,00 €

ISBN: 978-3-937897-49-3

Antiochia am Orontes, eine der größten, reichsten und schillerndsten Städte der Antike, 49 n.Chr. Der Apostel Paulus befindet sich im Aufbruch zu seiner zweiten Missionsreise. Da erreicht ihn die Nachricht über einen Fall von »Blutschande« unter den Christen von Paphos auf Zypern. Paulus schreibt einen Brief an die Gemeinde und fordert die Bestrafung der Missetäter. Der Apostel Barnabas ist anderer Auffassung als Paulus. Die beiden Freunde zerstreiten sich und gehen fortan getrennter Wege. Barnabas begibt sich nach Zypern und unterstützt dort die Wahl der von Paulus zu Unrecht verurteilten Sergia Minor Lucia zur Bischöfin der Gemeinde.

Die Chronologie des Romans orientiert sich zu allererst an der Apostelgeschichte, dann an den Paulus-Briefen, an den apokryphen Thekla-Akten, an der Interpretation aus jüdischer Sicht durch Schalom Ben-Chorin sowie schließlich an heutigen wissenschaftlichen Darstellungen des Wirkens von Paulus. Der Roman bleibt dabei in allen Teilen ein Werk literarischer Vorstellungskraft.

Sorgfalt habe ich darauf verwandt, den Personen der Apostelgeschichte jenseits von Heiligenverehrung oder Verdammung eine der Zeit angemessene und glaubwürdige menschliche Tiefe zu geben. Sie werden in ihrer Widersprüchlichkeit, Unzulänglichkeit, Verzweiflung ebenso wie in ihrer Größe und Ehrenhaftigkeit gezeigt. Der Tenor ist religionskritisch, ohne die Würde irgendeiner der erwähnten Religionen (neben Judentum und Christentum auch antiker Götterglaube und verschiedene pagane Mysterienkulte) zu verletzten oder ihre berechtigten Anliegen zu schmälern.

Lebensthema von Barnabas bilden die Suche nach Geborgenheit, Liebe und Zärtlichkeit eines latent homosexuellen jüdischen Mannes und seine schwierige Beziehung zu Saul|Paulus.

Vier Jahre Arbeit. Vier Jahre ringen und hadern mit den Ursprüngen des Christentums. Mit den antiken Wurzeln unserer widersprüchlichen Tradition und Kultur. Den Gläubigen wird der Roman zu kritisch, den Atheisten die Religion und das spirituelle Erleben zu ernst nehmend sein: Zwischen den Stühlen ist der rechte Platz für einen anständigen Menschen.