Privatschule. Allein das Wort löst bei vielen Eltern schon Stress aus. Zu teuer ? Zu elitär ? Oder genau das Richtige, weil das eigene Kind im staatlichen System einfach untergeht ? Ich habe diese Gespräche zigfach gehört. Am Küchentisch, nach Elternabenden, manchmal sogar flüsternd auf dem Schulhof. Und ganz ehrlich : Die richtige private Schule zu finden, ist kein Spaziergang. Aber es ist machbar. Wenn man weiß, worauf man achten muss. Und was man besser lässt.
Der erste Reflex ist oft : Google auf, „beste Privatschule in meiner Nähe“ eingeben, schicke Website anschauen, fertig. Klar, so stolpert man schnell über Seiten wie https://www.ecole-saint-laurent.com, die auf den ersten Blick sehr professionell wirken. Aber eine gute Website heißt noch lange nicht : gute Schule. Da fängt die eigentliche Arbeit erst an.
Erster wichtiger Punkt : Passt die Schule wirklich zu Ihrem Kind ?
Das klingt banal, ich weiß. Aber erstaunlich viele Eltern denken zuerst an ihren eigenen Wunsch. Mehr Disziplin. Bessere Noten. Mehr Sprachen. Weniger Chaos. Alles verständlich. Trotzdem : Ihr Kind sitzt später jeden Morgen dort. Nicht Sie.
Ist Ihr Kind eher ruhig, braucht Struktur, klare Ansagen ? Oder ist es neugierig, stellt ständig Fragen, diskutiert gern ? Manche Privatschulen fördern Selbstständigkeit extrem stark. Andere setzen auf strenge Tagesabläufe. Beides kann großartig sein. Oder komplett daneben.
Ich erinnere mich an einen Jungen, acht Jahre alt, sensibel, ein bisschen verträumt. Die Eltern steckten ihn in eine sehr leistungsorientierte Schule. Top-Image, kleine Klassen, alles schick. Nach drei Monaten Bauchschmerzen. Jeden Morgen. Kein Drama, kein großes Scheitern. Aber es passte einfach nicht. Das passiert öfter, als man denkt.
Lehrkräfte : Das Herz der Schule (und der größte blinde Fleck)
Gebäude kann man renovieren. Konzepte kann man umschreiben. Aber gute Lehrerinnen und Lehrer ? Die machen den Unterschied. Punkt.
Fragen Sie konkret nach :
– Wie lange bleiben Lehrkräfte im Schnitt an der Schule ?
– Wie hoch ist die Fluktuation ?
– Haben die Lehrer Zeit für Gespräche, oder hetzen sie von Stunde zu Stunde ?
Und ja, hören Sie auf Ihr Bauchgefühl. Wenn Ihnen beim Schulbesuch auffällt, dass die Lehrkräfte gestresst wirken, kaum lächeln, ständig auf die Uhr schauen – das spüren Kinder auch. Vielleicht sogar noch stärker.
Unterrichtsqualität : Weniger Marketing, mehr Substanz
Viele Privatschulen werben mit innovativen Konzepten. Digitales Lernen. Individuelle Förderung. Projektarbeit. Klingt alles super. Aber wie sieht das im Alltag aus ?
Fragen Sie ruhig nach einem konkreten Beispiel :
„Wie sieht eine normale Unterrichtswoche in der 6. Klasse aus ?“
Wenn dann nur Schlagworte kommen, werde ich skeptisch. Gute Schulen können erklären, was sie tun. Ohne PowerPoint-Show. Ohne Buzzwords.
Und noch etwas : Kleine Klassen sind kein Garant für guten Unterricht. Sie helfen, klar. Aber wenn das pädagogische Konzept wackelt, bringt auch eine Klasse mit zwölf Kindern wenig.
Kosten : Transparent oder unangenehm schwammig ?
Ja, Geld spielt eine Rolle. Und nein, teuer heißt nicht automatisch besser. Manche Schulen verlangen hohe Gebühren, bieten aber kaum mehr als staatliche Schulen mit besserem Ruf.
Achten Sie auf :
– Klare Gebührenstruktur
– Zusatzkosten (Material, Ausflüge, Nachmittagsbetreuung)
– Kündigungsfristen
Ich finde es immer ein schlechtes Zeichen, wenn Kosten erst auf Nachfrage oder sehr spät im Prozess genannt werden. Eine Schule, die Vertrauen will, spielt mit offenen Karten.
Soziales Umfeld : Wer lernt hier eigentlich miteinander ?
Ein heikles Thema, aber wichtig. Privatschulen ziehen oft bestimmte Milieus an. Nicht immer, aber häufig. Das kann Vorteile haben. Oder zu einer ziemlichen Blase führen.
Fragen Sie sich :
– Fühlt sich mein Kind hier wohl ?
– Gibt es Vielfalt, oder sind „alle gleich“?
– Wie geht die Schule mit Konflikten um ?
Ich habe Schulen gesehen, die nach außen weltoffen wirken, intern aber Probleme lieber unter den Teppich kehren. Das rächt sich irgendwann. Spätestens für die Kinder.
Häufige Fehler, die Eltern später bereuen
Nur auf den Ruf hören. Empfehlungen sind gut. Aber jedes Kind ist anders.
Zu wenig Fragen stellen. Es ist keine Prüfung. Es ist Ihr gutes Recht.
Warnsignale ignorieren. Unklare Antworten, gestresste Stimmung, widersprüchliche Aussagen – all das ist kein Zufall.
Den Wechsel als endgültig sehen. Man darf Entscheidungen korrigieren. Wirklich.
Mein ehrliches Fazit
Die perfekte Privatschule gibt es nicht. Aber die passende. Und die fühlt sich oft nicht spektakulär an, sondern einfach richtig. Ruhig. Klar. Stimmig.
Wenn Sie am Ende eines Besuchs denken : „Hier könnte mein Kind einfach Kind sein und trotzdem wachsen“ – dann sind Sie auf einem guten Weg.
Nehmen Sie sich Zeit. Hören Sie zu. Auch Ihrem Bauch. Vielleicht sogar ein bisschen mehr als den Hochglanzbroschüren.
